Zweieinhalb Jahre sind seit den letzten Gemeinderatswahlen vergangen. Grund genug, gemeinsam mit Bürger- meister Tobia Moroder Bilanz zu ziehen und einen Blick auf die bevorstehenden Projekte zu werfen.
Die halbe Amtsperiode ist nun geschafft. Welche sind die wichtigsten Projekte, die bislang umgesetzt werden konnten?
Tobia Moroder: Eines vorweg: Wir haben nun ziemlich genau drei sehr schwierige Jahre hinter uns. Zunächst Corona, dann der Krieg in der Ukraine. Die enormen Preissteigerungen waren für uns alle, auch für die Gemeindeverwaltung, eine große Herausforderung. Es war eine sehr intensive Zeit, in der wir trotz allem zahlreiche kleinere und größere Projekte umsetzen konnten. Wobei kleiner nicht unbedingt weniger wichtig bedeutet. Neben den großen Projekten, die entsprechend aufwendig waren, wurden zahlreiche Sanierungsarbeiten der Straßen, Forst- und Wanderwege durchgeführt, mehrere Gehsteige und Straßen wurden instandgehalten und neu geteert und es wurden auch Teile des Dorfzentrums neu gepflastert. Außerdem wurden auch mehrere Spielplätze instandgesetzt, z.B. der Spielplatz „Sciron“, wo auch ein neues Spielfeld für verschieden Ballspiele gebaut wurde, oder das kleine Fußballfeld in der Mëisulesstraße, das einen neuen Belag bekommen hat.
Welche waren die aufwendigsten Projek- te der letzten Jahre?
Tobia Moroder: Besonders stolz bin ich auf die Erneuerung der Scioler-Brücke am Dorfeingang. Das Ergebnis lässt sich m.E. sehen und ist eine Aufwertung für das gesamte Dorf. Sehr zufrieden bin ich auch mit den Sanierungsarbeiten im Kulturhaus. Nicht nur der große Saal wurde saniert und akustisch optimiert, sondern auch der Ausstellungsraum im Erdgeschoss wurde neu gestaltet. Ich bin überzeugt, dass die beiden gelungenen Projekte eine Aufwertung für die rege Vereinstätigkeit in unserem Dorf sind.
Bedeutend waren auch der Umbau der Räumlichkeiten des Rathauses, die jetzt den Ansprüchen der heutigen Zeit, sowohl der Mitarbeiter*innen als auch der Bürger*innen, gerecht werden, und die Sanierung der Mittelschule, die in dieser Amtsperiode fertiggestellt wurde. Hier wurden alle Klassenräume neu gestaltet, die Möbel, Türen, Böden, Bäder und Beleuchtung erneuert und die Akustik verbessert. Auch wurde die Abdichtung der Garage „Central“ saniert und deren Außenbereich in der Bahnhofstraße neu gestaltet. Kultur wird in St. Ulrich großgeschrieben. Tobia Moroder: Ja, wobei gerade das kultu- relle Leben unter Corona sehr gelitten hat. Das war auch der Grund, wieso wir mehre- re kulturelle Projekte ins Leben gerufen bzw. unterstützt haben, so zum Beispiel das Musikprojekt „PandeMusic“ oder das Pro- jekt „Shop & Art“ zur Vernetzung der Kunsthandwerker mit den Kaufleuten.
Besonders hervorheben möchte ich die Initiative „Spazi Capaci“ zum 30. Todestag von Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, bei der vier Grödner Künstler und wir als Gemeinde unseren Beitrag zur Sensibilisierung gegen das organisierte Verbrechen, sprich Mafia, geleistet haben. Außerdem haben wir uns auch sehr stark für die Familien und Jugendliche eingesetzt, so z.B. durch die Projekte „Muda“, „Instà vif“ und „N bon per té“, die sehr gut angekommen sind.
Was hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren für die lokalen Unternehmen gemacht?
Tobia Moroder: Vor kurzem wurden zwei Baulose für Handwerksbetriebe in der Kinderbetreuung auch im Sommer: Gemeinsam mit mehreren Sportvereinen konnte die Gemeinde ein neues Projekt für die jungen Familien in die Wege leiten, um die langen Sommerferien, die vielen Eltern Sorgen bereiten, zu überbrücken.
Handwerkerzone „Socrëp“ ausgeschrieben und ein Projekt für die Promotion des Kunsthandwerks bzw. Holzschnitzerei in die Wege geleitet. Wann immer es möglich ist versucht die Gemeindeverwaltung die Aufträge an ein- heimische Unternehmen zu vergeben, was leider rechtlich nicht immer machbar ist.
Welche Arbeiten stehen in diesem Jahr an?
Tobia Moroder: Bereits im Herbst begonnene Arbeiten werden jetzt im Frühjahr fertiggestellt, z.B. die Erneuerung der Trinkwasserleitung zwischen Antoniusplatz und Pedetlivastraße und die Sanierung des ersten Teilstücks der Sacunstraße.
Zur Zeit läuft gerade die Ausschreibung für die Instandsetzung der Infrastrukturen in der Rumanonstraße sowie jene zur Erneuerung der Trinkwasserleitung auf St. Jakob. Sofern alles wie geplant abläuft, werden wir nach den Osterfeiertagen die längst fälligen Arbeiten für die komplette Erneuerung der Wasserleitungen von St. Jakob in Angriff nehmen. Hier werden nicht nur neue Rohre verlegt, sondern es werden auch die Quelle und der Wasserspeicher komplett erneuert, auch unter Berücksichtigung der prekären Wasserversorgung im Fall eines Brandes.
Welche sind die nächsten Projekte, die die Gemeindeverwaltung angehen möchte?
Die Ausarbeitung des Gefahrenzonenplans unserer Gemeinde hat ergeben, dass in der Handwerkerzone Praruf Sicherungsarbeiten gemacht werden müssen, um dieses Gebiet vor eventuellen Überschwemmungen zu schützen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass bei Hochwasser der Grödner-Bach ausufern könnte. Wir werden also demnächst eine Ausschreibung für die Ausarbeitung eines Projektes machen.
Ein weiteres Projekt, dessen Planung in Kürze ausgeschrieben wird, ist die Erneuerung eines Teilstücks der alten Hauptwasserleitungen, von den Cunfinquellen bis Iender.
Ich hoffe, dass wir bald auch die verwaltungstechnischen Angelegenheiten für die Verbindungsstraße zwischen der Reziastraße und der Tresval im Bereich Fever abschließen können, um dann endlich die konkrete Planung anzugehen, mit dem Ziel, den von vielen Betrieben flankierten Straßenabschnitt zwischen Hotel Ladinia und Hotel Madonna durch eine Verkehrsberuhigung wesentlich aufzuwerten.

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