Startschuss für den Klimaplan der Gemeinde

Startschuss für den Klimaplan der Gemeinde

Beinahe tagtäglich belegen Ereignisse aus aller Welt das Fortschreiten des Klimawandels und nicht erst seit den Friday for Future-Demonstrationen ist klar, dass alle gemeinsam etwas dagegen unternehmen müssen.

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, müssen nicht nur die Treibhausemissionen reduziert und Energieeinsparungen gemacht werden, wir müssen uns darüber hinaus auf die Folgen von zunehmenden extremen Wetterereignissen vorbereiten und entsprechende Anpassungsmaßnahmen setzen. Deshalb beginnt die Gemein- de St. Ulrich nun mit der Ausarbeitung eines Klimaplanes.

Bereits seit Jahren engagiert sich die Gemeinde St. Ulrich für den Klimaschutz und die Klimawandelanpassung. Seit 2017 ist St. Ulrich eine KlimaGemeinde und hat im Jahr 2023 die Zertifizierung Silver erhalten. Der nächste Schritt, um weitere Akzente im Bereich des Klima- und Umweltschutzes zu setzen, ist die Ausarbeitung eines Klimaplanes.

Ein Klimaplan, dessen vollständige Bezeichnung „Aktionsplan für nachhaltige Energie und Anpassung an den Klimawandel 2020- 2030“ lautet, beinhaltet Daten zu den Energieverbräuchen und den CO2-Emissionen der gesamten Gemeinde. Diese bilden die Grundlage für ein umfangreiches Maßnahmenpaket in den Bereichen des Klimaschutzes und der Klimawandelanpassung. Während im Rahmen des Programms KlimaGemeinde alljährlich die Energieverbrauchsdaten der gemeindeeigenen Gebäu- de und Anlagen erfasst werden, werden für den Klimaplan die gesamten Energiedaten auf dem Gemeindegebiet analysiert. Der Plan bietet also eine Momentaufnahme der Gesamtsituation der Gemeinde.

Der Klimaplan der Gemeinde orientiert sich am „Klimaplan Südtirol 2040“, welcher u.a. die folgenden Ziele vorsieht:

  • Die CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 55 % und bis 2037 um 70 % gegenüber dem Stand von 2019 gesenkt werden;
  • Südtirol soll bis 2040 klimaneutral wer- den. Der Anteil der erneuerbaren Energien muss von derzeit 67 % auf 75 % im Jahr 2030 und auf 85 % im Jahr 2037 steigen. Letztendlich muss sie 100 %, also Klimaneutralität, bis 2040 erreichen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird im Klimaplan der Gemeinde St. Ulrich auf der Basis der erhobenen Daten ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, der insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Maximierung der Energieeffizienz und Erschließung des vorhandenen Einsparpotentials in den gemeindeeigenen Gebäuden sowie Sensibilisierung und Förderung entsprechender Maßnahmen auch in anderen Sektoren (z. B. privater und tertiärer Sektor);
  • Senkung der CO2-Emissionen im gesamten Gemeindegebiet;
  • Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen im gesamten Gemeindegebiet;
  • Einschränkung der Lichtverschmutzung;
  • Monitoring.

Die Maßnahmen werden nach einer umfangreichen Erhebungsphase festgelegt und sind daher genau auf die Bedürfnisse und Besonderheiten der Gemeinde zugeschnitten. Sie betreffen sowohl die Themen Klimaschutz (Energieeinsparung und Reduzierung der CO2-Emissionen) und Klimawandelanpassung als auch das The- ma Bekämpfung der Energiearmut.

Das Energy Team (Umweltschutzkommission) der Gemeinde St. Ulrich bildet auch bei der Erarbeitung des Klimaplanes die Kern-Arbeitsgruppe. Die Ausarbeitung des Klimaplanes erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige.